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E-Auto Ratgeber: Welche AKKUGRÖSSE ist die richtige für mich?

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Ist mehr Akkugröße immer besser? Und welche Mindestgröße sollte ein Akku im E-Auto haben? Schwer zu beantwortende Fragen, ist doch die Auswahl an Elektroautos heute so vielfältig wie die Einsatzzwecke an sich.

Klar, aktuell versucht jeder Hersteller mit immer mehr Reichweite zu punkten. Mit einer Preisrange von 30-40.000 Euro bekommt man aktuell Fahrzeuge mit ca. 50 kWh und 300 – 400 km Reichweite. Zahlt man mehr, bekommt man größere Akkus und mehr Reichweite, bis hin zum Mercedes EQS mit einem ca. 115 kWh großen Akku und sagenhaften 770 km Reichweite, allerdings legt man dann auch mindestens 140.000 Euro ab.

Mercedes EQS Akku Akkugröße Schema Technik

Mindestens 115 kWh brutto im neuen Mercedes EQS

Muss das aber sein? Noch vor wenigen Jahren waren Akkus mit 30 kWh Stand der Dinge und auch damit sind schon vierköpfige Familien nach Kroatien auf Urlaub gefahren. Es ging.

Natürlich bedeutet mehr Akku auch mehr Reichweite, selteneres Aufladen und zumeist auch höhere Leistungsabgabe, soll heißen mehr Leistung. Dieser Artikel soll jedoch ein Plädoyer für die Wahl vernünftiger Akkugrößen sein. Denn es braucht nicht den größten verfügbaren Akku, um problemlos durch den Alltag zu kommen. Wo liegen also die Vorteile eines kleineren Akkus?

Günstiger Preis bei kleiner Akkugröße

Zu Preisen von 25-40.000 Euro sind aktuell Fahrzeuge mit 45 – 50 kWh Akkugröße erhältlich. Abzüglich Förderungen, wohlgemerkt. Da wird ein E-Auto tatsächlich für eine große Käuferschicht erschwinglich. Wenn man die weiteren finanziellen Vorteile von E-Autos im Unterhalt mit berücksichtigt, ist das E-Paket auch heute schon die bessere Alternative.

Ein größerer Akku würde den preislichen Rahmen für viele Käufer sprengen.

Öko-Bilanz

Der Begriff „ökologischer Fußabdruck“ ist heute in aller Munde. Wirklich schön zu sehen, dass nun weite Teile der Gesellschaft im täglichen Handeln versuchen, möglichst wenig Schaden an Natur und Umwelt anzurichten. Kleine Akkupacks haben hier einen erheblichen Vorteil: es werden bei der Produktion weniger Rohstoffe verbraucht, weniger CO2 produziert und damit wird auch der ökologische Rucksack auf ein Minimum geschrumpft.

Das bedeutet, dass der Stromer noch schneller eine positive CO2-Bilanz aufweist. Ungefähr ab Kilometerstand 30.000 spart ein E-Auto dann im Vergleich mit einem Benziner oder Diesel mit jedem weiteren Kilometer CO2 ein.

Gewicht

Das Gewicht fällt bei E-Autos weniger ins Gewicht (Wortspiel!) als beim Verbrenner. Denn ist das Auto schwerer, kann auch mehr Energie über die Rekuperation zurückgewonnen werden. Dennoch macht diese das Mehrgewicht nicht ganz wett. E-Auto-Akkus wiegen je nach Modell zwischen 200 und 700 kg. Das sind 500 Kilo Unterschied, die auch bewegt werden wollen. Ein Sicherheitsaspekt ist ebenfalls zu beachten: Weniger Masse bedeutet im Falle eines Unfalls geringere einwirkende Kräfte und dies könnte helfen, könnte helfen, schwere Folgen so gering als möglich zu halten.

Reichweite

Sind 300 – 400 Kilometer zu wenig für den Alltag? Wir sagen: nein! Die bereits sprichwörtliche „Reichweitenangst“ spielt meist nur bei der Kaufentscheidung eine Rolle, bei „gestandenen“ E-Auto-Fahrern ist diese eher ein Fremdwort. Der durchschnittliche Autofahrer legt am Tag 38 Kilometer zurück. Das bedeutet circa eine Ladung jede Woche. Das reicht doch, nicht wahr?

Kleiner Akku und Autobahntempo 130 km/h? Da schrumpfen die Reichweiten schnell auf 150 – 250 km. Bei tiefen Temperaturen sinkt dann die Reichweite definitiv auf unter 200 km ab. Dazu kommt, dass das Fahrzeug unterwegs üblicherweise nicht auf 100 % geladen werden kann und wohl auch nicht auf 0 % heruntergefahren wird. Somit bleiben ca. 80 % der Kapazität übrig, auf Strecke hantelt man sich somit von Schnelllader zu Schnelllader voran.

Kia e-Soul 2019 hud head up display autobahn

Ein K.O.-Kriterium für „kleine“ Stromer? Nein, denn mittlerweile ist das Ladenetz recht gut ausgebaut, die Abstände zwischen den einzelnen Schnelllade-Möglichkeiten sind gering. Und obwohl größere Akkus aus technischen Gründen auch meist mehr Ladeleistung bieten können, schaffen auch die Fahrzeuge in der angegebenen Preis-Range ordentliche Werte. Beinahe ausnahmslos erreichen die kleineren Stromer zwischen 70 und 100 kW Ladeleistung. Da geht’s dann recht flott wieder weiter. Beweis dafür, dass man auch mit kleinem Akku schnell sein Ziel erreichen kann, war der von Instadrive organisierte, kleine E-Cannonball von Wien nach Berlin. Ein Hyundai Ioniq hat dabei Audi e-tron, Jaguar I-Pace und Tesla Model 3 mehr als deklassiert und das Ziel Zwei Stunden vor dem e-tron erreicht.

Ist man bereit, die Geschwindigkeit auf der Autobahn um 10 oder 20 km/h zu reduzieren, sind zudem noch um einiges höhere Reichweiten möglich.

Fazit Akkugröße

Nicht alle Autofahrer müssen täglich massiv Kilometer abspulen. Darum empfehlen wir, die Akkugröße dem Fahrprofil entsprechend zu wählen. Umwelt und Geldbörse werden es dir danken.

DAS WAR UNSER ARTIKEL MIT DEM TEST DES HYUNDAI IONIQ 5 – VIELEN DANK FÜRS LESEN!

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