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Performance-Check der Hersteller – Autosalon Paris 2016

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Der Autosalon Paris 2016 ist gestartet, die Hersteller haben Ihre Pressekonferenzen abgehalten, Zeit für eine Bilanz.

Welche Hersteller haben begeistert, welche Hersteller haben enttäuscht?

Es sollte ein Autosalon im Zeichen des Wandels werden, “Keine PS-Protze in Paris” titelte das Handelsblatt. Statt dessen bemühe sich jeder Hersteller seine grüne, rationale Seite zu zeigen.

Und Paris ist prädestiniert dafür, möchte doch die Bürgermeisterin von Paris bis 2020 keine Dieselfahrzeuge mehr in der Stadt der Liebe sehen.

Entsprechend hoch war auch die Erwartungshaltung. Nicht nur von ECARIO, sondern auch von vielen Fans des Energiewandels und der Elektromobilität weltweit.

Was hat sich also getan, wie schlagen sich die Hersteller im einzelnen? Behandelt werden hier nur Hersteller, die entweder bereits Elektroautos am Markt haben, oder diese nun vorgestellt haben.

OPEL: TOP

Opel kann ganz klar mit stolzer Brust an die Öffentlichkeit treten. Der Opel Ampera-e ist Europas neue Speerspitze im Bereich der E-Mobilität. Zu seiner Markteinführung 2017 wird er das Elektroauto mit dem weltweit besten Preis/Reichweiten-Verhältnis sein.

Die NEFZ-Reichweite wird über 500km liegen, die reale Reichweite beträgt über 380km. Am letzten Wochenende fuhren überdies 2 Ingenieure von Londen nach Paris 417 Kilometer ohne Laden. Mit 80 Kilometer Restreichweite lt. Bordcomputer.

Opel hat somit ein mehr als konkurrenzfähiges Elektroauto im Programm. In unserem Artikel zum Opel Ampera-e kannst Du die Details zum Fahrzeug nochmals nachlesen.

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RENAULT: TOP

Renault hat mit seinem Update des Renault Zoe jedoch für die Überraschung schlechthin gesorgt. Eine 40kWh Batterie anstatt der bisherigen 22kWh Batterie ermöglicht eine Verdopplung der Reichweite. Die von Renault angegebenen realen 320 Kilometer bei guten Wetterbedingungen, und 210 Kilometer bei harten Minusgraden, sind ein Quantensprung.

Damit sichert sich die Zoe weiterhin den Spitzenplatz in Europas EV-Verkaufscharts. Bilder und weitere Details findest Du in unserem Artikel zum Renault Zoe, und in Kürze auch im Videotest auf unserem YouTube-Kanal.

Außerdem gab es bei Renault noch die Studie eines vollelektrischen Supersportwagens, den Renault Trezor, zu bewundern. Herausragendes Design bei fortschrittlichster Technik. Ein Beweis dafür, dass auch im Sportwagenbereich die Ablöse naht.

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BMW: OK

Gut, dass BMW bereits seit 2014 den i3 im Programm hat. So hatte man jetzt ein Auto, neben das man sich lässig während der Pressekonferenz stellen konnte, und nicht mit leeren Händen dastand.

Immerhin hat man dem i3 bereits im Frühjahr ein Batterieupgrade verpasst, und BMW kann somit ein Fahrzeug mit 200 Kilometer realer Reichweite anbieten. Lies hier unseren Artikel zum BMW i3.

Weitere Neuheiten im Bereich der Elektromobilität wurden jedoch nicht vorgestellt, abgesehen von einem Update des Elektrorollers C evolution.

Und Mini? Als Mini-Fan vermisse ich zum Beispiel schon lange den Elektro-Mini. Das wäre eine perfekte Kombination, auch aus Marketing-Sicht. Statt dessen wurde lediglich ein Hybrid-Mini in Aussicht gestellt. Ohne Termine zu nennen.

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HYUNDAI: OK

Hyundai bringt mit dem Hyundai IONIQ EV ja ein wirklich gutes Elektroauto auf den Markt, von daher gibt es an der Performance von Hyundai auf dem Autosalon Paris 2016 nichts zu mäkeln.

Lediglich dass ständig die Hybrid-Version des Hyundai IONIQ in den medialen Mittelpunkt gestellt wird, stört etwas. Wahrscheinlich erwartet man sich hier die höheren Verkaufszahlen. Das Fahrzeug ist ja offensichtlich gegen den Toyota Prius positioniert, von daher macht das Sinn. Trotzdem sollte der EV-Version des IONIQ genauso viel Beachtung zukommen.

MERCEDES/SMART: OK (aber…)

Ah ok, Mercedes war nur scheu! Boss Zetsche sprach vom richtigen Zeitpunkt, und das es schwierig sei zu wissen, wann der Markt bereit sei für die Elektromobilität. Und gab bekannt, das Mercedes diesbezüglich etwas scheu sei. (Ach Mercedes, du zartes Rehlein!) Deshalb traue man sich zuerst eher mit Smart in diese Richtung.

Smart bekommt für jede Modellreihe eine rein elektrisch betriebene Variante. Das ist gut. Sehr gut sogar. Preise ab 21.000 Euro und 160km Reichweite bot jedoch der Renault Zoe bereits 2014. Ein Schritt nach vorne sähe anders aus. Sogar den Motor des Zoe kauft man von Renault zu. Aber naja. Gut für Renault.

Dann trägt Mercedes aber doch noch mal dick auf, präsentiert die neue Elektromobilitäts-Dachmarke EQ, erklärt das CASE-Prinzip und präsentiert mit dem Mercedes Generation EQ eine Studie eines elektrisch betriebenen SUV mit 500 Kilometer Reichweite. Der soll dann in 3 Jahren auf den Markt kommen. Ok. Ach ja, bis 2025 will man Weltmarktführer im Bereich E-Mobilität sein.

Dann sollte man aber bald mal damit anfangen. Denn derzeit steht zumindest bei der Stamm-Marke Mercedes-Benz die elektrische B-Klasse eher auf verlorenem Posten.

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NISSAN: SCHADE

Gerade Nissan hätte man als Hersteller des meistverkauften Elektroautos weltweit für den Autosalon Paris 2016 mehr zugetraut. Ein Batterieupgrade des Nissan Leaf vielleicht? Immerhin ist man eng mit Renault verbandelt, und hätte Zugriff auf dieselbe Technologie und die Batterien von LG Chem.

Man kann zumindest darauf hoffen, dass dieses Upgrade nicht lange auf sich warten lässt. Vorstellung bei der nächsten Messe vielleicht? Oder einfach mal so, ohne großes TamTam wie es andere Hersteller nötig zu haben scheinen? Wir werden sehen.

Die fünfte Generation des Micra wurde vorgestellt, und leider wird es vorerst vom Micra keine elektrische Variante geben. Obwohl sich dies angeboten hätte, zumal der Micra im Renault-Werk in Frankreich vom Band läuft und auch optische Ähnlichkeiten mit dem Zoe aufweist. Schade, Chance vertan.

KIA: SOUL EV, anyone?

Nur Verbrenner, mit denen hier geprahlt wurde. Na wenn die Verkaufszahlen so gut sind. Kein Wort über den KIA Soul EV. Schade.

PEUGEOT / CITROEN: VERPENNERSHOW

Auch hier kein Commitment zur Elektromobilität. Dass gerade in Paris die französischen Hersteller derart daneben liegen? Lediglich Citroen erwähnt, in Kleindruck auf einer Folie, 4 neue Elektroautos bis 2021 bringen zu wollen. Scheint, als müssten der C-Zero und der iOn noch etwas durchhalten.

VW: WHAT?

Was ist bloß mit VW los? Seit gefühlten Ewigkeiten befindet man sich bei VW im medialen Fegefeuer, verschreibt sich nun ganz der Elektromobilität, verspricht 20 neue Modelle bis 2020 und was bringt man zum Autosalon Paris 2016? Eine neue Studie! Marktstart nicht BIS 2020, sondern AB 2020. Soll 400-600 Kilometer weit kommen und totaaal super automatisch fahren. Okay. Außerdem: das Design! Natürlich Weiß und modern, sieht nett aus, ohne aber Begehrlichkeiten zu wecken. Wie früher, als man irgendwie nicht wollte dass sich die Dinger verkaufen.

Man spricht nun von einer neuen Familie an Elektroautos AB 2020. Und will (wie Mercedes) Marktführer im Bereich E-Mobilität werden. Okay.

Zumindest wurde das Upgrade des VW e-Golf angekündigt, das “bald” kommen soll und “bis zu 300km” ermöglichen wird. NEFZ? WLTP? Oder EPA? Ach, das nimmt man bei VW ohnehin nicht so genau.

Nicht falsch verstehen. Der e-Golf ist gut und wichtig. Und noch kann VW es schaffen. Aber den vielen Ankündigungen sollten endlich auch ernstzunehmende Taten folgen. Von daher ist die Performance hier auf dem Autosalon Paris 2016 einfach sehr dürftig.

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TESLA: OHNE WERTUNG

Tesla ist wohl auf dem Autosalon Paris 2016 vertreten, und wird das Model S und das Model X zeigen. Tesla hat aber keine Pressekonferenz abgehalten. Kein Wunder, traditionell macht Tesla keine Neuvorstellungen auf Automessen, sondern stellt diese auf eigenen, hausinternen Events vor. Auch das Tesla Model 3 wird in Paris nicht zu sehen sein.

Trotzdem gäbe es ohne Tesla wohl wenige Aktivitäten der anderen Hersteller im Bereich Elektromobilität. Von daher kann für Tesla der Daumen nur nach oben zeigen.

Das war unser Artikel zum Autosalon Paris 2016, danke fürs Lesen!

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4 Comments

  1. M. S.

    30. September 2016 at 12:22

    Sehr gut zusammengefasst! Ich habe mir die Statements von Mercedes und VW bei YouTube angeschaut und mir gingen exakt die Gedanken durch den Kopf, die hier im Artikel geschrieben wurden.

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